{"id":424,"date":"2023-07-05T20:20:23","date_gmt":"2023-07-05T18:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/wordpress\/?p=424"},"modified":"2024-07-26T10:52:00","modified_gmt":"2024-07-26T08:52:00","slug":"der-stoff-der-rebellion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/?p=424","title":{"rendered":"DER STOFF DER REBELLION"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir f\u00fchrten einen symbolischen, aber nichtsdestotrotz z\u00e4hen Kampf, meine Mutter und ich. Sie verteidigte Prinzipien wie Anstand und Anpassung, ohne die es in ihren Augen im Leben nicht ging, vor allem wenn man wie ich ein weiblicher Teenager war. Ich k\u00e4mpfte gegen b\u00fcrgerliche Zw\u00e4nge und f\u00fcr die Gleichberechtigung der Geschlechter. Mindestens f\u00fcr den zweiten Punkt hatte meine Mutter durchaus Sympathien. Zwei Jahre zuvor, im Herbst 1971, hatte sie meinem Vater gedroht, falls er nicht ein Ja f\u00fcr das Frauenstimmrecht in die Urne legte, w\u00fcrde sie f\u00fcr den Rest ihrer Tage kein einziges Herrenhemd mehr b\u00fcgeln. Aber dass ich die N\u00e4hte auftrennte, damit die Hosenbeine meiner Jeans so richtig sch\u00f6n ausfransten, ging ihr entschieden zu weit. Also setzte sie sich nach jeder W\u00e4sche an die N\u00e4hmaschine und verpasste den Hosenbeinen wieder eine Abschlussnaht \u2013 die ich jedes Mal, bevor ich in meine heiss geliebte Jeans schl\u00fcpfte, wieder auftrennte. Wie lange dieser Kampf andauerte, weiss ich nicht mehr. Aber da ich, wie meine Eltern immer wieder beklagten, einen \u00abSetzgrind\u00bb hatte, obsiegte ich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war mein zweiter Sieg in dieser Sache. Den ersten und weitaus bedeutenderen trug ich davon, als ich mir als F\u00fcnfzehnj\u00e4hrige endlich meine erste Jeans kaufen durfte. Zwar trugen unterdessen auch \u00abanst\u00e4ndige\u00bb M\u00e4dchen Hosen, aber meine Eltern verstanden darunter eine Stoffhose oder eine \u00abManch<em>e<\/em>sterhose\u00bb \u2013 mit helvetischer Betonung des ersten E. An Bluejeans, wie wir sie damals nannten, haftete noch immer der Duft der Rebellion. Leider erlaubte das Familienbudget keine echte Levi\u2019s, aber wenigstens entkam ich der Schmach einer namenlosen Warenhaus-Jeans und verliess das Gesch\u00e4ft mit einer Lee-Jeans. Und weil Flower-Power das Gebot der Stunde war, bestickte ich sie mit kleinen, gelben Blumen. Mir war nicht bewusst, dass der Stoff meiner echten \u00abamerikanischen\u00bb Jeans m\u00f6glicherweise von einer Schweizer Firma produziert worden war. Der Industrielle Fredy Legler meinte sp\u00e4ter \u00fcber die 80er-Jahre: \u00abJeder vierte oder f\u00fcnfte Europ\u00e4er trug einen Denimstoff von uns am Hintern.\u00bb Als ich endlich gl\u00fcckliche Besitzerin einer Jeans wurde, stammte sogar die H\u00e4lfte des in Europa gewobenen Denim vom Textilunternehmen Legler.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br>Das Textilunternehmen Legler \u2013 eine Erfolgsgeschichte<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als europ\u00e4ische Marktf\u00fchrerin in Jeans-Stoff konnte Legler bereits auf eine weit \u00fcber hundertj\u00e4hrige Firmengeschichte zur\u00fcckblicken. 1857 gr\u00fcndete Mathias Legler im glarnerischen Diesbach das Stammhaus der Firma. Die Besch\u00e4ftigung mit Textilem lag in der Familie: Bereits Mathias Leglers Urgrossvater David, ein schlecht besoldeter Schulmeister, hatte zuhause Baumwolle versponnen, um die vielen M\u00e4uler zu stopfen. Damals waren Weben und Spinnen neben der Landwirtschaft die wichtigste Einkommensquelle der Glarner Bev\u00f6lkerung. Einheimische Kaufleute importierten die Baumwolle, gaben sie an Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter ab und verkauften das Garn an Fabriken in Z\u00fcrich, St. Gallen oder Herisau, die es zu Stoffen verarbeiteten. Da die Heimarbeit m\u00fchsam und wenig lukrativ war, stieg die n\u00e4chste Generation der Familie Legler Ende des 18. Jahrhunderts in den Textilhandel ein. Der 1790 geborene David Legler war der erste Fabrikant in der Familie: Er zog 1834 im Keller seines Wohnhauses in Diesbach eine kleine Handweberei mit einem knappen Dutzend Angestellter auf. Das Gesch\u00e4ft lief so gut, dass er zehn Jahre sp\u00e4ter mit seinem Sohn Mathias eine erste Fabrik errichtete, wo auf f\u00fcnfzig Handwebst\u00fchlen Baumwollt\u00fccher gewoben wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1848, mit der Gr\u00fcndung der modernen Schweiz, fielen die kantonalen Zollschranken, die Niederlassungsfreiheit wurde eingef\u00fchrt und die Masse, Gewichte und die W\u00e4hrung vereinheitlicht. Das Wirtschaftswachstum, das daraufhin einsetzte, bot Mathias Legler, der damals die Fabrik in Diesbach leitete, neue unternehmerische Chancen. Es gab im Glarnerland bereits ein paar mechanische Spinnereien und Webereien, und jedem hellen Kopf war klar, dass die Tage der Handweberei gez\u00e4hlt waren. Mathias Legler tat sich mit seinem Onkel Joachim Legler zusammen, der als Textilkaufmann zu Geld gekommen war, und kaufte ein Grundst\u00fcck auf der Oberen Allmend, samt der Wasserrechte, die es brauchte, um die mechanischen Webst\u00fchle anzutreiben. Die B\u00fcrgergemeinde Diesbach kn\u00fcpfte an den Landverkauf allerdings die Bedingung, dass die Leglers Arbeit f\u00fcr 150 Leute schaffen und in erster Linie B\u00fcrger*innen der Gemeinde anstellen mussten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"676\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_1900-1024x676.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3167\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_1900-1024x676.jpg 1024w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_1900-300x198.jpg 300w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_1900-768x507.jpg 768w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_1900.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Fabrikgeb\u00e4ude von Legler in Diesbach, um 1900. Quelle: Cotonificio Legler 1875\u20131950<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter dem Namen J. &amp; M. Legler nahm die Weberei 1857 den Betrieb auf, mit zweihundert mechanischen Webst\u00fchlen, auf denen grobe T\u00fccher hergestellt wurden, zum Beispiel Barchent, ein Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen. Das Gesch\u00e4ft bl\u00fchte. Bereits 1864 konnte die Fabrik um eine Spinnerei mit 4000 Spindeln erweitert werden, welche die Weberei mit eigenem Garn versorgte. Vier Jahre sp\u00e4ter arbeiteten in der Weberei bereits 156 Personen. Davon waren 21 noch keine sechzehn Jahre alt und drei Viertel weiblich. Die Frauen galten nicht nur als geschickter und geduldiger, sie verdienten auch weit weniger als die M\u00e4nner. Mathias Legler konnte den neuen Wohlstand allerdings nicht lange geniessen. Er starb 1866, noch nicht einmal 46-j\u00e4hrig. Die Glarner Presse ehrte den Verstorbenen als Unternehmer \u00abvoll edlen Strebens und rastloser T\u00e4tigkeit\u00bb und lobte seinen \u00abEifer f\u00fcr gesch\u00e4ftliche Fortschritte\u00bb und seine \u00abLiebe zu seiner Gemeinde und zum Vaterland\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darauf \u00fcbernahm Mathias Legler junior mit seinem acht Jahre j\u00fcngeren Bruder Fridolin die Leitung der Fabrik. Er hatte sich immer f\u00fcr technische Fragen interessiert und h\u00e4tte gern eine h\u00f6here Schule besucht, doch der Vater schickte ihn zu einem Strohhutfabrikanten im Welschland, denn er war der Meinung, \u00abdass es nicht gut sei, die Knaben so lange auf den Schulb\u00e4nken zu lassen; er selbst sei auch nur f\u00fcnf Jahre in die Dorfschule gegangen\u00bb. Mangelnde Schulbildung hin oder her, Mathias Legler war ein gewiefter und umtriebiger Unternehmer. Das war auch n\u00f6tig, denn die Schweizer Baumwollindustrie stand zunehmend unter Druck, weil immer mehr europ\u00e4ische L\u00e4nder auf eine protektionistische Wirtschaftspolitik setzten. Als auch das K\u00f6nigreich Italien Schutzz\u00f6lle einf\u00fchrte, reiste Mathias Legler nach Oberitalien, um einen Standort f\u00fcr eine neue Fabrik zu suchen, mit der er auf der anderen Seite der Zollschranken produzieren konnte. Er kaufte ein Gel\u00e4nde und eine f\u00fcr den Fabrikbetrieb unerl\u00e4ssliche Wasserkonzession in Ponte San Pietro, einem Dorf in der N\u00e4he von Bergamo, das auch verkehrstechnisch gute Bedingungen bot, weil es bereits ans Eisenbahnnetz angeschlossen war.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"438\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_19002_rot-1024x438.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3159\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_19002_rot-1024x438.jpg 1024w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_19002_rot-300x128.jpg 300w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_19002_rot-768x329.jpg 768w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/legler_areal_ca_19002_rot.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Briefkopf von Legler mit der alten Handweberei (links), Fabrikgeb\u00e4uden und der Fabrikantenvilla, um 1890. Quelle: Cotonificio Legler 1875\u20131950<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mathias Legler \u00fcbertrug die Leitung der Fabrik in Diesbach einem Cousin und einem Schwager und zog mit Frau, Kindern und seinem Cousin Fritz nach Ponte San Pietro, baute eine Fabrik samt Wehr und Kanal und liess aus der Schweiz moderne Maschinen kommen. 1877 nahm er die Spinnerei mit 7000 Spindeln und die Weberei mit zweihundert Webst\u00fchlen in Betrieb. Kurze Zeit sp\u00e4ter baute er eine F\u00e4rberei und eine Bleicherei und verdoppelte die Zahl der Spinn- und Webmaschinen. 1890 besch\u00e4ftigte die Fabrik bereits siebenhundert Personen und hatte das Stammhaus in Diesbach \u2013 sowohl punkto Gr\u00f6sse wie auch wirtschaftlicher Bedeutung \u2013 weit \u00fcberfl\u00fcgelt. Ein Jahr sp\u00e4ter wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die als Cotonificio Legler S. A. firmierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erfolg des italienischen Ablegers hatte mehrere Gr\u00fcnde. Weil die norditalienische Seidenindustrie kriselte und Leute entlassen werden mussten, waren problemlos erfahrene Arbeitskr\u00e4fte zu finden. Die italienischen Arbeitnehmenden waren zudem gesetzlich kaum gesch\u00fctzt, w\u00e4hrend im Glarnerland Arbeitervereine und Fabrikgesetze der Ausbeutung wenigstens minime Schranken setzten. Auch die Spezialisierung des Unternehmens, das neben Gebrauchstextilien \u00abden sch\u00f6nsten mercerisierten Damast, die feinsten Satins und den wunderbarsten Baumwollsammet in erlesenen Farben\u00bb herstellte, trug zum Erfolg bei. Als Mathias Legler 1932 starb, w\u00fcrdigten ihn die Glarner Nachrichten als \u00abden Typus eines erfolgreichen Auslandschweizers\u00bb, der \u00abim In- und Auslande zu hohem Ansehen gestiegen ist und der glarnerischen Industrie einen Namen von gutem Klang gegeben hat\u00bb. Er hatte tats\u00e4chlich den Grundstein zu einem erfolgreichen Textilunternehmen gelegt. 1950 feierten in Ponte San Pietro 2500 Angestellte das 75-j\u00e4hrige Firmenjubil\u00e4um, sieben Jahre sp\u00e4ter konnte die Fabrik in Diesbach sogar das hundertj\u00e4hrige Jubil\u00e4um begehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"928\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1950-IMG_0938-legler-75-jahre-928x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3163\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1950-IMG_0938-legler-75-jahre-928x1024.jpg 928w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1950-IMG_0938-legler-75-jahre-272x300.jpg 272w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1950-IMG_0938-legler-75-jahre-768x848.jpg 768w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1950-IMG_0938-legler-75-jahre.jpg 1173w\" sizes=\"auto, (max-width: 928px) 100vw, 928px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Fabrikarbeiterinnen feiern das Jubil\u00e4um von Cotonificio Legler in Ponte San Pietro. Quelle: Cotonificio Legler 1875\u20131950<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br>Jeans erobern Europa<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu dieser Zeit traten die Bluejeans, damals auch \u00abNietenhosen\u00bb oder \u00abTexashosen\u00bb genannt, ihren Siegeszug in Europa an. Die Anf\u00e4nge der robusten, mit Nieten verst\u00e4rkten Hose gehen zwar auf das Jahr 1873 zur\u00fcck, als der deutsche Auswanderer Levi Strauss und der amerikanische Schneider Jacob Davis ihre Erfindung patentieren liessen. Doch lange Zeit waren Jeans ein rein amerikanisches Ph\u00e4nomen \u2013 und ein rein m\u00e4nnliches. Laut einer Levi\u2019s-Werbung von 1897 war die Hose aus strapazierf\u00e4higem Denim besonders geeignet f\u00fcr \u00abBergleute, Mechaniker, Ingenieure und Arbeiter\u00bb. Erst als sich w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs die Zahl der in der Industrie besch\u00e4ftigten Amerikanerinnen verdreifachte, brachte Levi\u2019s Jeans f\u00fcr werkt\u00e4tige Frauen auf den Markt. Die \u00abFreedom-Alls\u00bb bestanden aus einer Baumwolltunika und einer Ballonhose und waren, so die Werbekampagne, f\u00fcr \u00abJob oder Freizeit\u00bb geeignet. Da hosentragende Frauen aber als unschicklich galten, blieb diese erste weibliche Jeans-Linie eine kuriose Fussnote in der Geschichte der Mode.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"662\" height=\"983\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1918-freedom-alls-PHO_DR002_PR_017_001_Product_1918-Black-Logo-Portrait-Bottom-Right-734x1024-1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3196\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1918-freedom-alls-PHO_DR002_PR_017_001_Product_1918-Black-Logo-Portrait-Bottom-Right-734x1024-1-1.jpg 662w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1918-freedom-alls-PHO_DR002_PR_017_001_Product_1918-Black-Logo-Portrait-Bottom-Right-734x1024-1-1-202x300.jpg 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 662px) 100vw, 662px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Die erste Jeans-Linie f\u00fcr Frauen: \u00abFreedom-Alls\u00bb von Levi&#8217;s, um 1918<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1922 wurden Jeans mit Gurtschlaufen versehen. Das trug massgeblich zu ihrer Popularisierung bei, denn nun wurden die wenig kleidsamen Hosentr\u00e4ger \u00fcberfl\u00fcssig. Viel wichtiger waren jedoch das Aufkommen des Ranch-Styles und das Branding von Jeans als Cowboy-Hose. Hollywood-Western wie \u00abStagecoach\u00bb mit John Wayne in der Hauptrolle verbreiteten das \u2013 wohlgemerkt anachronistische \u2013 Bild vom Cowboy, der in Jeans gegen die \u00abIndianer\u00bb gek\u00e4mpft hatte. 1934 lancierte Levi\u2019s die ersten Jeans f\u00fcr Frauen, woraufhin die amerikanische Modezeitschrift Vogue erstmals einen Artikel \u00fcber den Western-Chic mit einem Bild von zwei Frauen in Jeans auf einer Ranch illustrierte. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"635\" height=\"536\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1935-vogue-levi-and-strauss-jeans-denim-fashion-savagethrills-savage-thrills-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3200\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1935-vogue-levi-and-strauss-jeans-denim-fashion-savagethrills-savage-thrills-1.jpg 635w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1935-vogue-levi-and-strauss-jeans-denim-fashion-savagethrills-savage-thrills-1-300x253.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 635px) 100vw, 635px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Frauen in Jeans: Vogue von 1935 und Jelmoli-Katalog von 1962<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch es war klar, dass Frauen nur w\u00e4hrend der Freizeit, vor allem beim Campieren, oder in den eigenen vier W\u00e4nden Jeans tragen sollten. Das \u00e4nderte sich erst, als die Amerikanerinnen w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wieder in die Fabriken str\u00f6mten, um die M\u00e4nner zu ersetzen, die in \u00dcbersee k\u00e4mpften. Jeanstragende Frauen wurden gar zum Symbol f\u00fcr die Kriegsanstrengungen an der Heimatfront, personifiziert durch \u00abRosie the Riveter\u00bb (Rosie die Nieterin), die fiktive Hauptperson eines staatlichen Propagandafilmes, der die Frauen zur Arbeit in der R\u00fcstungsindustrie bewegen wollte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"692\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/riveter-692x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3161\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/riveter-692x1024.jpg 692w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/riveter-203x300.jpg 203w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/riveter-768x1136.jpg 768w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/riveter-1039x1536.jpg 1039w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/riveter.jpg 1366w\" sizes=\"auto, (max-width: 692px) 100vw, 692px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Die Propaganda-Figur \u00abRosie the Riveter\u00bb in Jeans, 1941<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es waren die amerikanischen G.I.s, welche die Jeans nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa brachten. Aber es waren Jugendidole wie James Dean mit dem Kultfilm \u00abRebel without a Cause\u00bb, Marlon Brando mit \u00abThe Wild One\u00bb und Elvis Presley, der laszive King of Rock\u2019n&#8217;Roll, die die Hose aus Amerika zum Protestsymbol f\u00fcr die jungen M\u00e4nner machten, w\u00e4hrend sich die weiblichen Teenager an Marilyn Monroe orientierten, die in \u00abRiver of No Return\u00bb<em> <\/em>als erste Frau auf der Leinwand Jeans trug. Existenzialistinnen und Rocker, Halbstarke und Rock\u2019n&#8217;Roll-Fans trugen Jeans und bald auch Jeans-Jacken als Teil ihrer Rebellion gegen die Eltern und eine verkrustete Gesellschaft. Oft verliehen sie ihrer Lieblingskluft eine pers\u00f6nliche Note, indem sie die Hosen, aber insbesondere die Jacken, mit Zeichnungen, Fransen und zus\u00e4tzlichen Nieten schm\u00fcckten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"831\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/James_Dean_in_Rebel_Without_a_Cause-831x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3158\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/James_Dean_in_Rebel_Without_a_Cause-831x1024.jpg 831w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/James_Dean_in_Rebel_Without_a_Cause-244x300.jpg 244w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/James_Dean_in_Rebel_Without_a_Cause-768x946.jpg 768w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/James_Dean_in_Rebel_Without_a_Cause.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 831px) 100vw, 831px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">James Dean, um 1954<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war in den F\u00fcnfzigerjahren allerdings gar nicht so einfach, echte amerikanische Jeans zu ergattern. In der Schweiz bot erstmals ein Berner Sportgesch\u00e4ft 1954 Bluejeans \u00abdirekt aus den USA\u00bb mit \u00abOriginal-Cowboy-O-Bein-Schnitt\u00bb an, aber nur f\u00fcr Knaben und Herren und ohne Information zur Marke. Die ersten zwei L\u00e4den, die Levi\u2019s und Lee-Jeans importierten, er\u00f6ffneten 1956 in Z\u00fcrich. \u00abIn Amerika ein Jahrhundert bekannt, erprobt und beliebt \u2013 in der Schweiz soeben neu entdeckt!\u00bb, annoncierte einer dieser Jeans-Shops leicht unbeholfen. \u00abWarum begeistern die Blue Jeans selbst uns konservative Schweizer? Weil das wirklich Gute sich auch bei uns schliesslich durchsetzt. Wir f\u00fchren nur die ersten Marken Amerikas und deren beste Qualit\u00e4ten. Der Schnitt dieser Hose ist einzigartig \u2013 die sitzt! F\u00fcr jeden Gebrauch sind Blue Jeans die richtigen Hosen, sei es f\u00fcr Reiten, Klettern, Camping, Alltag, Arbeit usw.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"482\" height=\"968\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1954-Berner-Jeanshop.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3164\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1954-Berner-Jeanshop.jpg 482w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1954-Berner-Jeanshop-149x300.jpg 149w\" sizes=\"auto, (max-width: 482px) 100vw, 482px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Jeans-Werbung von Bigler-Sport, Bern. Quelle: Der Bund, 13. Juli 1954<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Rest des Landes musste sich wohl oder \u00fcbel mit Jeans aus dem Jelmoli-Versandkatalog begn\u00fcgen, der zweimal j\u00e4hrlich in jeden zweiten Schweizer Haushalt verschickt wurde. 1953 verkaufte das Z\u00fcrcher Warenhaus erstmals Bluejeans f\u00fcr Knaben, ein Jahr sp\u00e4ter auch f\u00fcr M\u00e4dchen und M\u00e4nner. Die Frauen mussten sich noch ein weiteres Jahr gedulden. Alle diese Jeans waren jedoch Marken-Imitate, und f\u00fcr aufm\u00fcpfige Jugendliche wohl mehr Schreck als Objekt der Begierde. Erst 1963 tauchten im Jelmoli-Katalog die ersten \u00abOriginal Lee-Jeans aus US\u00bb auf. Die Legende machte die M\u00fctter, die den Kaufentscheid f\u00e4llten, darauf aufmerksam, \u00abmit welcher Riesenbegeisterung unsere Knaben die echte Lee-Jeans tragen\u00bb. Die noch immer namenlosen \u00abDamen-Blue-Jeans\u00bb wurden hingegen als \u00abrassig und bequem, jugendlich und fr\u00f6hlich!\u00bb angepriesen, unter einer Zeichnung, die auffallend an die Vogue-Illustration von 1934 erinnerte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"410\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1955-Maennerjeans-Jelmoli-410x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3165\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1955-Maennerjeans-Jelmoli-410x1024.jpg 410w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1955-Maennerjeans-Jelmoli-120x300.jpg 120w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1955-Maennerjeans-Jelmoli.jpg 601w\" sizes=\"auto, (max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Jelmoli-Katalog, 1955<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Verlauf der Sechzigerjahre avancierten Jeans an Vietnam-Demonstrationen und studentischen Sit-ins zur Uniform des Protests, doch sp\u00e4testens Anfang der Siebzigerjahre waren sie im Mainstream angelangt und mehrheitsf\u00e4hig. Gleichzeitig wurden immer mehr Jeans in Europa geschneidert, doch der Denim wurde noch immer aus den USA importiert. Fredy Legler, der seit 1954 mit seinem Cousin Matteo das Legler-Imperium f\u00fchrte, sah die Chance \u2013 und packte sie. Im richtigen Moment.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><br>Legler riecht den Trend und setzt auf Denim<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Textilindustrie in Europa kriselte, der Markt wurde mit Stoffen aus Niedriglohnl\u00e4ndern \u00fcberschwemmt, w\u00e4hrend die L\u00f6hne in Europa unaufh\u00f6rlich stiegen. Als Antwort hatte die Legler Industria Tessile, wie die Firma in Ponte San Pietro inzwischen hiess, die Produktion automatisiert, das Sortiment gestrafft und sich auf hochwertige Textilien spezialisiert. Als Fredy Legler einen Vortrag des Wrangler-Chefs \u00fcber den explodierenden Jeans-Markt h\u00f6rte, war er elektrifiziert. \u00abNat\u00fcrlich musste ich die Machbarkeit beurteilen k\u00f6nnen\u00bb, erkl\u00e4rte er sp\u00e4ter. \u00abEs war schliesslich auch ein grosses finanzielles Risiko, diese neue Technologie einzurichten. Da durfte nichts schiefgehen. Und ich musste den Markt sehen und daran glauben, dass wir die grossen Mengen an Denimstoff w\u00fcrden verkaufen k\u00f6nnen. Wir konnten!\u00bb<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1970-er-Legler-Jeans-IMG_1025-du-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3160\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1970-er-Legler-Jeans-IMG_1025-du-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1970-er-Legler-Jeans-IMG_1025-du-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1970-er-Legler-Jeans-IMG_1025-du-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/1970-er-Legler-Jeans-IMG_1025-du.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Anspielung auf das ber\u00fchmte Abbey-Road-Cover der Beatles: Modeaufnahme von Legler, 1974<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1970 entschied die Direktion einstimmig, die komplette Umstellung auf Denim und Cord zu wagen. Bereits zwei Jahre sp\u00e4ter lieferte Legler zehn Millionen Meter Cord aus, 1973 verliessen die ersten Ballen Denim die Fabriken in Ponte San Pietro und Diesbach. Die Nachfrage wuchs rasant, also beschloss Legler, das St. Galler Textilunternehmen Stoffel zu kaufen, welches Fabriken in Schmerikon, Mels und im glarnerischen Netstal besass und kurz vor dem Ruin stand. In Mels wurde eine Spinnerei und in Schmerikon eine moderne Denim-Weberei eingerichtet. Wenig sp\u00e4ter folgten eine F\u00e4rberei und eine Anlage zur Stoffveredelung. In den ersten sechs Jahren investierte die Legler-Gruppe 34 Millionen Schweizerfranken in die Umstellung, was heute rund 70 Millionen Franken entspricht. Doch die Investition zahlte sich aus: 1978 produzierte Legler die H\u00e4lfte des europ\u00e4ischen Denim: j\u00e4hrlich zehn Millionen Quadratmeter, was der Fl\u00e4che von 71\u2019000 Fussballfeldern entsprach. Um der Nachfrage gewachsen zu sein, wurde zuerst in drei, sp\u00e4ter sogar in vier Schichten rund um die Uhr gearbeitet. Legler profitierte auch davon, dass die Haute Couture den Stoff entdeckte, der einst Rebellion symbolisiert hatte. 1976 schickte Calvin Klein als erster Modedesigner Models in Jeans auf den Laufsteg, sp\u00e4ter stiegen Luxusmarken wie Versace, Dolce &amp; Gabbana und Dior ins Jeans-Gesch\u00e4ft ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang der Achtzigerjahre besass Legler noch immer einen Marktanteil von zwanzig Prozent am europ\u00e4ischen Denim-Markt und arbeitete mit dem Haute-Couture-Designer Hubert de Givenchy zusammen. Dank der genialen Idee, auf Denim zu setzen, hatte die Firma Zeit gewonnen, doch schliesslich wurde auch sie von der Krise der europ\u00e4ischen Textilindustrie eingeholt. 1989 wurde die Produktion in der Schweiz bis auf die Weberei in Diesbach eingestellt und die Fabrik in Ponte San Pietro an einen italienischen Unternehmer verkauft. 2001 schloss schliesslich auch die letzte Produktionsst\u00e4tte des ehemaligen Legler-Imperiums, die Weberei des Stammhauses in Diesbach, ihre Pforten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large content_bild\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"698\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Regula-Bochsler-1-698x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3166\" srcset=\"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Regula-Bochsler-1-698x1024.jpg 698w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Regula-Bochsler-1-204x300.jpg 204w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Regula-Bochsler-1-768x1127.jpg 768w, https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Regula-Bochsler-1.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-small-font-size wp-block-paragraph\">Die Autorin in ihrer bestickten Lee-Jeans, 1974<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch meine erste Jeans ist Vergangenheit. Ich hatte es jahrelang nicht \u00fcbers Herz gebracht, sie zu entsorgen, obwohl sie mir schon lange nicht mehr passte. Letzthin habe ich sie, ein bisschen wehm\u00fctig, zur Textil-Sammelstelle gebracht. Geblieben ist ein Foto von mir, auf dem zwar die ausgefransten N\u00e4hte an den Hosenbeinen nicht zu sehen sind, aber immerhin die kleinen, gestickten Blumen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Magazin DU (868\/2016). <em>Fredy A. Legler und das Glarnerland<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausstellung <em>Jeans made in Diesbach<\/em>. 2017\/18 in Diesbach, 2019\/20 im Museum Neuthal, kuratiert von Kaba R\u00f6ssler. Stiftung Thomas-Legler-Haus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaufmann, Andr\u00e9a (2014). <em>Spinnen, Weben. Drucken. Pioniere des Glarnerlandes.<\/em> Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik. Verlag Verein f. wirtsch.-histor. Studien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir f\u00fchrten einen symbolischen, aber nichtsdestotrotz z\u00e4hen Kampf, meine Mutter und ich. Sie verteidigte Prinzipien wie Anstand und Anpassung, ohne die es in ihren Augen im Leben nicht ging, vor [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_EventAllDay":false,"_EventTimezone":"","_EventStartDate":"","_EventEndDate":"","_EventStartDateUTC":"","_EventEndDateUTC":"","_EventShowMap":false,"_EventShowMapLink":false,"_EventURL":"","_EventCost":"","_EventCostDescription":"","_EventCurrencySymbol":"","_EventCurrencyCode":"","_EventCurrencyPosition":"","_EventDateTimeSeparator":"","_EventTimeRangeSeparator":"","_EventOrganizerID":[],"_EventVenueID":[],"_OrganizerEmail":"","_OrganizerPhone":"","_OrganizerWebsite":"","_VenueAddress":"","_VenueCity":"","_VenueCountry":"","_VenueProvince":"","_VenueState":"","_VenueZip":"","_VenuePhone":"","_VenueURL":"","_VenueStateProvince":"","_VenueLat":"","_VenueLng":"","_VenueShowMap":false,"_VenueShowMapLink":false,"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[80,46,57,81,61,59,65,42,49,55,47,53,92,71,54,43,60,56,48,64,51,44],"class_list":["post-424","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-context","tag-arbeiterinnen","tag-denim","tag-eisenbahnnetz","tag-export","tag-fabrik","tag-fortschritt","tag-glarus","tag-gleichberechtigung","tag-jeans","tag-jugend","tag-legler","tag-nieten","tag-politik","tag-postindustrie","tag-protestsymbol","tag-rebellion","tag-seidenindustrie","tag-spezialisierung","tag-technologie","tag-textilindustrie","tag-western-chic","tag-wirtschaftsraum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/424","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=424"}],"version-history":[{"count":52,"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/424\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4574,"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/424\/revisions\/4574"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=424"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=424"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kloentaltriennale.ch\/hinterland\/dev\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=424"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}